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Wenn Herrchen in die Pedale tritt:
Radfahren mit Hund

Von Heiko Haupt, dpa
Das Gassigehen ist für Hundebesitzer ein selbstverständlicher Punkt im Tagesablauf. Wenn die Tage länger und die Temperaturen höher werden, spürt manches Herrchen oder Frauchen aber auch verstärkt den Wunsch, in die Pedale zu treten.
Und nicht selten keimt dann die Idee, eine kleine Fahrradtour mit dem Gassigehen zu verbinden. Allerdings sollte dieser Plan nur mit der richtigen Vorbereitung und Planung umgesetzt werden - sonst kann es für den Menschen ebenso wie für das Tier böse enden.
Die erste Frage ist, wie sich der Ausflug für beide gemeinsam am besten gestalten lässt. Am einfachsten ist es, wenn der Hund gar nicht laufen will, er will nämlich bei Hitze durchaus nicht ständig rennen: Dann kann er auch in einem Gepäckkorb am Fahrrad oder in einem Hundeanhänger transportiert werden. «Soll ein kleiner Hund im Lenkradkorb mitgenommen werden, sollte er nicht mehr als fünf Kilogramm wiegen», so Roland Huhn vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) in Bremen. Denn das Gewicht direkt am Lenker hat einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf das Fahrverhalten.
Empfohlen wird beim Transport in einem Hundekorb ebenso wie beim Fahrrad-Anhänger auch eine Abdeckung. Ein Hund hat schließlich oft seinen ganz eigenen Willen - der sich darin äußern kann, dass er am liebsten aus dem Korb springen möchte, um etwas Interessantes am Wegrand genauer zu untersuchen.
Verbreitet ist aber auch der Ausflug als Gespann: Herrchen tritt in die Pedale, während der Hund nebendran seinen Bewegungsdrang stillt und das eine oder andere Geschäft erledigt. Dabei kommt es in erster Linie auf die Sicherheit an. «Darum sollte auf keinen Fall die Leine am Lenker befestigt werden», warnt Huhn. Denn stoppt das Tier abrupt, um die Nase in etwas tierisch Interessantes zu stecken, oder sprintet es plötzlich in eine andere Richtung, ist das für den Radler nicht selten mit einem schmerzhaften Sturz verbunden.
«Man sollte den Hund so führen, dass er einen nicht zu Fall bringen kann», rät Anton Fichtlmeier, Experte für Hundeverhalten aus dem bayerischen Berg. Eine Möglichkeit ist, die Leine mit einem oder zwei Fingern zu halten, so dass es nicht zum Sturz kommt, wenn das Tier sich losreißt. Eine weitere Möglichkeit nennt der Industrieverband Heimtierbedarf (IVH) aus Düsseldorf: ein gefederter Abstandhalter am Hinterrad, der den Hund führt und ihn davon abhält, vor das Vorderrad zu laufen.
Auch auf die Seite kommt es an: «Der Hund muss auf der dem Verkehr abgewandten Seite geführt werden», sagt Fichtlmeier. Das heißt, der Hund ist nicht auf der in Fahrtrichtung linken Seite unterwegs, wo er Fußgängern vor die Füße laufen oder entgegenkommende Radler gefährden könnte.
Da gerade in Ausflugsgebieten die Spaziergänger aber nicht selten sowohl rechts als auch links des Weges laufen, sollte der Halter dem Hund Kommandos zum Ausweichen antrainieren. Dafür eignen sich laut IVH Befehle wie «Ran!» oder «Fuß!», die das Tier gut unterscheiden kann. «Ran!» kann zum Beispiel dafür stehen, dass Hund und Radler einem entgegenkommenden Fußgänger nach rechts ausweichen.
Ein weiteres Thema ist der Gangwechsel. Beim normalen Radeln dient er dem Anpassen von Tempo und Kraftanstrengung an die Gegebenheiten. Sind Hund und Herrchen zusammen unterwegs, bekommt der Gangwechsel eine zusätzliche Bedeutung: Anton Fichtlmaier weist darauf hin, dass Hunde im Normalfall nicht mit gleichbleibender Geschwindigkeit wie forsche Radler unterwegs sind. Sie bevorzugen vielmehr eben einen Gangwechsel. Außerdem sollten Halter wissen, dass die Tempovorlieben sich je nach Rasse unterscheiden.

Grundsätzlich gilt:
Das Tier bestimmt das Tempo.
Der durchschnittliche Hund ist kein Schlittenhund. Trotzdem zeigt das sommerliche Straßenbild immer wieder Radler, die sich von einem angeleinten Hund ziehen lassen. Das ist laut Anton Fichtlmaier zwar bei einigen großen und kräftigen Rassen über kurze Distanzen kaum ein Problem. Bei anderen Hunden kann es aber auf die Gelenke gehen. Auch ist niemals eine würgende Halsleine geeignet, sondern ein Brustgeschirr. Zudem gilt es hier ebenso, zu üben und zu trainieren - auch um zu sehen, was der Hund mag und will und um ihn nicht zu überanstrengen.

Ungesunder Untergrund

Wird ein Hund zur Radtour mitgenommen, ist auch auf den Untergrund zu achten. So liegt laut dem Hunde-Experten Anton Fichtlmeier aus Berg in Bayern gerade nach dem Winter auf vielen Wegen noch Rollsplitt. Er wirkt wie Schmirgelpapier auf die Pfoten. Schon nach zwei bis drei Kilometern kann die Hornschicht stark geschädigt sein. Ebenso wie bei Touren auf Asphalt gilt es, den Hund langsam an die unterschiedlichen Untergründe zu gewöhnen.
Artikel vom 08.05.2009
Der vernünftige Hundehalter wird sein Tier nicht km-weit durch die Gegend hetzen. Durch das Hecheln entsteht Wasserverlust, der ersetzt werden muß. Während des Rennens und in einer Pause ist das aber nicht möglich wegen der Gefahr der Magendrehung. Deshalb sehr genau einschätzen, welche Strecke dem Hund in welchem Tempo zumutbar ist.
Der Hund bestimmt das Tempo, er darf niemals hinter dem Rad herhecheln müssen. Das Vorderrad sollte eine Linie mit ihm bilden. Fällt er zurück, muß der Radfahrer langsamer fahren und dem Hund eine Pause geben, ihm etwas Wasser zum Mundausspülen reichen, keinesfalls mehr (Magendrehung). Nach dem Radeln sofort Wasser geben u. füttern. Vor dem Radeln weder füttern noch tränken. Immer erst nach dem Spaziergang/Radeln.